Jul 312012
 

Bernhard KrebsVon Bernhard Krebs

Auf dem Kfz-Kennzeichen könnte wieder BUL stehen? Meine spontane Reaktion war natürlich ein freudiges JA. Auch weil die Erinnerungen an den giftgrünen BUL-Ford meines Vaters und den feuerroten BUL-Käfer meines Opas zu schön sind.

Nostalgie pur. Ich schau mir das Foto der jugendlichen BUL-Verfechter mit ihren BUL-Autos an und denke sentimental an Opel Manta, Ford Capri und VW Scirocco. Erinnert irgendwie an die 70er; ich hoffe nur für die Jungs, sie haben den gleichen Spaß.

Burglengenfeld braucht BUL für die Identifikation, die regionale Bindung, das Marketing und für die Gravitation! Das sagen der Professor und seine PS-Anhänger. Nichts für ungut, aber das ist ein riesiger Schmarrn und völlig an der Realität vorbei argumentiert. Der Professor hätte nur seine Schlussfolgerung als Frage („Identifizieren Sie sich mit Burglengenfeld?“) stellen müssen – dieses Ergebnis hätte den Heilbronner überrascht.

Denken wir einmal weiter. Wer bekommt denn überhaupt BUL? Alle, die früher zum Landkreis Burglengenfeld gehörten? Ist es freiwillig oder Pflicht? Würde es wirklich nichts kosten und welcher Organisationsaufwand wäre nötig, von den erforderlichen gesetzlichen Regelungen ganz zu schweigen?

Und warum sollten eigentlich Teublitz und Maxhütte-Haidhof kein eigenes Kfz-Kennzeichen beantragen dürfen? Wie sieht es mit Ponholz, Münchshofen und Dietldorf aus? Warum nicht ein Städtedreieck-Kennzeichen? Nebenbei: Weil wir gerade in historischen Sentimentalitäten schwelgen, könnte man sich doch überlegen, Burglengenfeld wieder seinen ursprünglichen Namen „Burg zu Lengfeld“ zu geben.

Am besten, jeder bekommt das Kfz-Kennzeichen, das er sich wünscht. Und obwohl ich BUL liebe und manchmal begeistert Erinnerungen und alte Traditionen pflege: Ich hätte gerne eines mit SAD.

*250 Worte. Genau so lang ist der Dienstagsbeitrag von Bernhard Krebs, in dem er wöchentlich Stellung nimmt zu Burglengenfelder und anderen Themen. Nicht selten nachdenklich, gerne launig, manchmal wütend, häufig kritisch, meist leidenschaftlich – und  immer 250 Worte lang.

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